Ordo Equestris Immaculatae Virginis Claromontanae

(Ritterorden der Madonna von Jasna Góra, Tschenstochau)

Im historischen Kontext betrachtet spielt das Gnadenbild der Schwarzen Madonna von Tschenstochau seit dem 15. Jahrhundert bei der Gestaltung des Lebens und im Denken des polnischen Rittertums eine wichtige Rolle. Nach der siegreichen Verteidigung des Marienheiligtums Jasna Góra gegen die Schweden wurde die Gottesmutter feierlich zur Königin Polens erhoben. Am 5. Juli 1634 übergab Pabst Urban VIII. an König Ladislaus IV. eine neue lateinische Satzung für den Ritterorden der Gottesmutter, den ORDO EQUESTRIS IMMACULATAE DEIPARAE VIRGINIS (Orden der Ritter der unbefleckten Gottesgebärerin). 

 

 

Der Bannerträger

 

 

Generalversammlung in der Alten Bibliothek des Klosters Tschenstochau

 

 

 

Einzug der Ritter in die Basilika von Tschenstochau

 

 

Ernnennung von Dr. Andergassen zum Statthalter der Ritter außerhalb Polens

 

 

 

 

 

Seit dieser Zeit besteht der Ritterorden mit seinen derzeitigen Satzungen. Dem Orden dürfen insgesamt nur 72 Ritter einschließlich Dekan, Statthalter und Sekretär angehören, diese 72 setzen sich maximal aus sieben „geistlichen Würdenträgern“ (Bischöfe und Priester) und 65 Laien zusammen. Hinter dieser symbolischen Zahl steckt die Annahme, daß die Gottesmutter mit 72 Jahren verstorben ist, somit verkörpert jeder Ritter ein Lebensjahr Mariens.

Am 19. März 1991 wurde der Orden durch vorherige karitative Aktionen von außerpolnischer Seite neu belebt und die überarbeitete Satzung gemäß dem Kirchenrecht (CIC can. 298-329) am 8. Mai 1998 bestätigt.

 Am 23. Oktober 1998 übernahm Papst Johannes Paul II. die Schirmherrschaft für den Orden in der Hoffnung, daß durch die Gottesmutter von Tschenstochau über den Ritterorden die neue Evangelisation Europas Unterstützung erhalten würde, entsprechend dem Grundsatz: INSTAURARE OMMIA IN CHRISTO CUM MARIA MATRE EIUS (Alles in Christus erneuern mit Maria, Seiner Mutter). Die religiöse, geistliche und spirituelle Kraft des Heiligtums der Schwarzen Madonna von Tschenstochau sollte sich auch im gesellschaftlichen und öffentlichen Leben in den bildenden, karitativen sowie medizinischen Tätigkeiten der Ritter beispielhaft widerspiegeln, um die christliche Kultur und Moral Europas zu fördern. Aus diesem Grunde werden als Ritter laut Statut des Ordens ausschließlich hervorragende Vertreter des wissenschaftlichen, kulturellen und gesellschaftlichen Lebens erwählt, Personen mit großer Autorität und Anerkennung, sowie auch in hohen Funktionen und Ämtern.

Der Ritterorden hat zur Zeit 61 Mitglieder und ist in einen polnischen und außerpolnischen Teil gegliedert.

Der geistliche Leiter ist der Dekan, laut Statut der Ordensgeneral des Paulinerordens, derzeit ist es der emeritierte General des Paulinerordens, Prof. Dr. Jan. A. Nalaskowski. Er vertritt den gesamten Orden und ist auch Statthalter der polnischen Ritter. Die polnische Rittergruppe besteht derzeit zusammen mit dem Dekan aus 30 Rittern. Hierzu zählen unter anderem der ehemalige Staatspräsident und Arbeiterführer Lech Wałesa, der geistliche Führer jener Zeit Prälat Henryk Jankowski, der emeritierte Senatspräsident Prof. A. Stelmachowski und viele Universitäts-Professoren, vor allem der medizinischen Fakultäten.

Der Statthalter der Länder außerhalb Polens, damit der Vorgesetzte der Ritter der Länder außerhalb Polens, ist seit 24. September 2006 Dr. Ing. Jörg Andergassen. Zum außerpolnischen Teil gehören zur Zeit 31 Ritter, darunter bedeutende Universitäts-Professoren und weitere Persönlichkeiten. So etwa der resignierte Vorgänger von Dr. Andergassen, der Schweizer Prof. Dr. Dr. Charles Probst, ein weltweit bekannter Neurochirurg und Gehirnforscher, der italienische Diplomat und langjährige Botschafter in Polen und in Wien, Vinzenzo Manno, der spanische Universitäts-Professor und Rektor der internationalen Universität Catalunya, Prof. Cervós-Navarro, der Industrielle Dr. Max Schleret und viele andere. Als erster Aufnahmekandidat unter dem Statthalter Dr. Ing. Andergassen wurde in diesem Jahr ein Großneffe der Kaiserenkels Otto von Habsburgs, Leonhard von Habsburg Lothringen zum Ritter geschlagen. Er ist der zweite Ritter aus dem Hause Habsburg im Ritterorden. Die außerpolnischen Ritter kommen aus den Ländern Schweiz, Österreich, Deutschland, Belgien, Dänemark, Italien, Spanien und Ungarn.

Mitglied im Ritterorden kann jeder männliche katholische Christ werden, der das 27. Lebensjahr vollendet hat. Er muß von einem Ritter des Ordens vorgeschlagen werden und sollte sich durch allgemeine Anerkennung, Autorität und geistliche Kultur auszeichnen. Er benötigt eine Empfehlung des Ortsbischofs, sowie das „Nihil obstat“ („Nichts steht dagegen“) des Statthalters. Das Kapitel entscheidet dann mit einfacher Mehrheit in geheimer Abstimmung, ob der Kandidat aufgenommen wird.